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Häufig gestellte Fragen.

 

 

Wer darf in die private Krankenversicherung (PKV)?


Wie hoch sind die Beiträge in der PKV?


Wie kann ich meine Beiträge in der PKV selbst beeinflussen?


Muss ich als PKV-Mitglied auch die Praxisgebühr oder andere Zuzahlungen leisten?


Gibt es in der PKV eine beitragsfreie Familienversicherung?


Wie steigen die Beiträge in der PKV?


Wie bezahle ich meine Beiträge im Alter?


Was geschieht mit meinen Altersrückstellungen bei einem Wechsel der Gesellschaft?


Erhalte ich auch in der PKV einen Arbeitgeberzuschuss?


Wie werde ich Mitglied in der PKV?


Welche Kündigungsmöglichkeiten gibt es?

 

Kann ich meine Beiträge steuerlich absetzen?

 


Wer darf in die private Krankenversicherung (PKV)?
Nur etwa 10% der bundesdeutschen Bevölkerung ist freiwillig krankenversichert und besitzt damit das Privileg des Wahlrechts zwischen gesetzlicher (GKV) und privater Krankenversicherung (PKV). Die Mehrheit der Bevölkerung ist in der GKV pflichtversichert und benötigt zur Verbesserung der Leistungen entsprechende Zusatzversicherungen. Zu den privilegierten freiwillig Versicherten gehören in der Regel:
- Selbständige und Freiberufler
- Beamte
- Angestellte mit Brutto-Einkommen über der Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG).
2011 = 49.500 €

 

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Wie hoch sind die Beiträge in der PKV?
Die Höhe des Beitrags, ist im Gegensatz zur GKV, unabhängig vom Einkommen und richtet sich im Wesentlichen nach folgenden Kriterien:
Beruf, Geschlecht, Eintrittsalter, gewählte Leistungen (Tarif) und eventuelle Wagniszuschläge. Hier gilt: Je niedriger das Eintrittsalter, desto geringer ist der Beitrag.
Angestellte erhalten nach § 257 des Sozialgesetzbuches V (SGB V) einen Zuschuss vom Arbeitgeber, egal ob sie gesetzlich oder privat versichert sind.
Wie in der GKV beinhaltet der Zahlbeitrag, neben der Krankenversicherung, auch den Beitrag zur Pflegeversicherung (PV), wobei dieser Anteil ebenfalls unabhängig vom Einkommen festgelegt wird. In der Regel sind die Beiträge der privaten PV, bei gleichen gesetzlich vorgeschriebenen Leistungen, allerdings deutlich niedriger.

 

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Wie kann ich meine Beiträge in der PKV selbst beeinflussen?
Es gibt Pflichtbestandteile* und Bausteine, die freiwillig hinzu gewählt werden können:
Pflichtbestandteile* sind:
- ambulante Behandlungen*
- stationäre Behandlungen*
- Krankentagegeld (KTG)* zur Absicherung von Verdienstausfällen bei längerer Krankheit, bis zur Höhe des regelmäßigen Nettoeinkommens (Pflicht nur bei Angestellten)
- 10% gesetzlicher Zuschlag für die Bildung von Altersrückstellungen*
- Pflegepflichtversicherung*
Freiwillige Bausteine:
- stationäre Wahlleistungen, wie Chefarztbehandlung und bessere Unterbringung
- Zahnbehandlungen
- Krankentagegeld (KTG) zur Absicherung von Verdienstausfällen bei längerer Krankheit, bis zur Höhe des regelmäßigen Nettoeinkommens (nicht bei Beamten)
- Krankenhaustagegeld (KHTG)
- Pflegezusatzversicherungen
- Kurtagegelder
- Beitragsentlastungen im Ruhestand


Sie ergänzen, nach eigenen Wünschen und Bedürfnissen, die Pflichtbestandteile um die freiwilligen Bestandteile und nehmen damit Einfluss auf die Höhe Ihres Zahlbeitrags. Mit jedem weiteren freiwilligen Baustein erhöht sich der Zahlbeitrag, genau wie beim Autokauf durch die Wahl weiterer Sonderausstattungen. Durch die Vereinbarung einer jährlichen Selbstbeteiligung (SB) lässt sich, bei gleichen Tarifleistungen, der monatliche Zahlbeitrag senken.

 

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Muss ich als PKV-Mitglied auch die Praxisgebühr oder andere Zuzahlungen leisten?
Privat Versicherte zahlen keine Praxisgebühren, Rezeptgebühren oder andere Zuzahlungen, die Sie aus der gesetzlichen Krankenversicherung kennen. Zuzahlungen ergeben sich aus der vereinbarten jährlichen Selbstbeteiligung (SB) und dem gewählten Tarif.

 

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Wie steigen die Beiträge in der PKV?
Der Beitrag einer PKV richtet sich im Wesentlichen nach Geschlecht und Eintrittsalter. Er bleibt dann vertraglich lebenslang garantiert. Die Beiträge erhöhen sich aber nicht aufgrund steigendem Lebensalter oder persönlich steigender Krankheitskosten. Willkürliche Beitragserhöhungen sind nicht möglich. Eine Erhöhung, aufgrund von Kostensteigerungen im Gesundheitswesen (Inflationsausgleich), ist möglich, muss aber von jeder Gesellschaft bei der BaFin beantragt und mit entsprechenden Nachweisen belegt werden. Die BaFin lässt dann die beantragte Erhöhung durch einen unabhängigen Gutachter prüfen, genehmigt dann oder lehnt die Erhöhung ab.

 

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Wie bezahle ich meine Beiträge im Alter?
Alle Personen, die später eine gesetzliche Rente beziehen, erhalten einen Zuschuss nach § 106 des Sozialgesetzbuches VI (SGB VI) zur Kranken- und Pflegeversicherung, entsprechend der Höhe ihrer Rente, egal ob sie gesetzlich oder privat versichert sind.
Besonderheit: Nur gesetzlich versicherte Rentner müssen auf alle Zusatzeinkünfte neben der gesetzlichen Rente, nach § 229 SGB V, Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung allein, ohne Zuschüsse zahlen. Zusatzeinkünfte in diesem Sinn sind nicht nur alle Versorgungsbezüge nach § 229 SGB V, sondern auch alle Betriebsrenten (z. B. Direktversicherungen), Mieteinnahmen, Zinseinnahmen oder andere Einkünfte. Wie sich dies auswirken kann, sehen Sie im Schreiben eines Betroffenen, des Herrn Batke, der über diese Regelung sehr verärgert ist und den sie auch gern kontaktieren dürfen.


Bis zum Rentenbeginn gibt es außerdem verschiedene Ereignisse, die den Zahlbeitrag verringern:
- Für Familienmitglieder, die pflichtversichert werden, z. B. Kinder, die mit der Ausbildung beginnen, entfällt die PKV und somit auch die zu zahlenden Beiträge.
- Der 10-prozentige gesetzliche Zuschlag zur Bildung von Altersrückstellungen entfällt ab dem 60. Lebensjahr.
- Mit dem 65. Lebensjahr werden alle bis dahin aufgebauten Altersrückstellungen zur Stabilisierung des Beitrags eingesetzt.
- Mit Beginn der Rente entfallen die Beitragsanteile für das Krankentagegeld, weil dann das Risiko des Verdienstausfalles wegen Krankheit entfällt.


Da die Einkünfte im Berufsleben in der Regel höher sind als im Rentenbezug, ist zu empfehlen während des Berufslebens langfristig, neben der gesetzlich veranlassten Altersrückstellung, eine zusätzliche private Rücklagen zu bilden, um im Alter einen niedrigeren Beitrag oder sogar die Beitragsfreiheit zu genießen. Dafür bieten sich zwei Modelle an:


- Ein in die Krankenversicherung integrierter Beitragsentlastungstarif, dessen Rücklagen beim Wechsel der Gesellschaft aber leider verfallen.


- Eine unabhängig von der jeweiligen Krankenversicherung aufgebaute private Rücklage, die auch beim Wechsel der Gesellschaft immer erhalten bleibt, auf der Basis einer lebenslangen Rente leistet und die Möglichkeit zur vorzeitigen Entnahme enthält.

 

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Was geschieht mit meinen Altersrückstellungen bei einem Wechsel der Gesellschaft?
Alle privat Versicherten, die ihre Mitgliedschaft bis zum Jahr 2008 beantragt haben und von den Gesellschaften angenommen wurden, verlieren die bisher aufgebauten Altersrückstellungen beim Wechsel in eine andere Gesellschaft.

 

Alle privat Versicherten, die ihre Mitgliedschaft ab dem Jahr 2009 beantragt haben und von den Gesellschaften angenommen wurden, können zukünftig einen großen Teil ihrer angesparten Altersrückstellungen in eine neue Gesellschaft mitnehmen.

 

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Erhalte ich auch in der PKV einen Arbeitgeberzuschuss?
Angestellte erhalten nach § 257 des Sozialgesetzbuches V (SGB V) einen Zuschuss vom Arbeitgeber, egal ob sie gesetzlich oder privat versichert sind.

 

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Gibt es in der PKV eine beitragsfreie Familienversicherung?
Nein diese gibt es nur in der GKV. In der PKV muss für jedes versicherte Mitglied ein Beitrag gezahlt werden. Allerdings gibt es Tarife für Kinder und Studenten, wenn keine Wagniszuschläge erhoben werden, deren Monatsbeiträge unter 100 EURO liegen.

 

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Wie werde ich Mitglied in der PKV?
Private Krankenkassen haben in der Regel keine Aufnahmepflicht, außer bei der Öffnungsklausel für Beamte und bei Anträgen für den Basistarif. Um Mitglied zu werden, muss ein Antrag bei einer Gesellschaft gestellt werden. Hierbei sind auch mehrere Fragen zum gesundheitlichen Zustand wahrheitsgemäß zu beantworten. Wenn die jeweilige Gesellschaft keine gesundheitlichen Wagnisse in den Antworten vermutet, keine Risiken in der beruflichen Tätigkeit sieht und auch die Bonitätsprüfung unbedenklich ist, wird der Antrag in der Regel zu den beantragten Bedingungen angenommen. Damit ist auch der Gesundheitszustand „eingefroren“ und die Gesellschaft kann bis zum späteren Vertragsbeginn auch dann keine Änderungen an den Bedingungen vornehmen, wenn zwischenzeitlich eine gesundheitliche Veränderung eintritt. Diese Veränderungen müssen allerdings nachgemeldet werden. Sollte die jeweilige Gesellschaft in den Antworten zu den Gesundheitsfragen ein zukünftiges Kostenrisiko sehen, lehnt sie den Aufnahmeantrag ab oder bietet die Versicherung mit Wagniszuschlag an.

 

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Welche Kündigungsmöglichkeiten gibt es?
Die Gesellschaften unterliegen einem Kündigungsverzicht und können Krankenvollversicherungen nur kündigen, wenn eine „vorvertragliche Anzeigepflichtverletzung“ aufgrund von vorsätzlich falschen Angaben bei Antragstellung oder die Nichtzahlung von Beiträgen des Versicherten vorliegt. Keinesfalls dürfen die Gesellschaften wegen hoher Krankheitskosten oder steigendem Alter des Versicherten kündigen.


Die Versicherten haben ein ordentliches Kündigungsrecht mit einer 3-monatigen Kündigungsfrist immer zum Ende des Versicherungsjahres, frühestens nach der Mindestvertragslaufzeit von max. 2 Versicherungsjahren, wie bei Mobilfunkverträgen. Sie erwerben ein außerordentliches Kündigungsrecht immer dann, wenn die Gesellschaften eine genehmigte Beitragserhöhung vornehmen. Die Kündigung muss dann vor Eintritt der Erhöhung erfolgen, weitere Fristen sind nicht zu beachten.

 

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Kann ich meine Beiträge steuerlich absetzen?
Das Gesetz zur verbesserten steuerlichen Berücksichtigung von Vorsorgeaufwendungen
(Bürgerentlastungsgesetz Krankenversicherung) ist seit dem 01.01.2010 in Kraft. Im Wesentlichen verbessert es die steuerliche Abzugsfähigkeit von Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen und vermindert so die Lohn- und Einkommensteuer.

Bis Ende 2009 war die Abzugsfähigkeit der Beiträge durch die Begrenzung auf Höchstsätze für die „Vorsorgeaufwendungen“ nur sehr begrenzt möglich. Diese Begrenzung ist ab 2010 für die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung fast vollständig aufgehoben. Geringe Beitragsanteile, die über die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hinausgehen, z. B. Chefarztbehandlung und bessere Unterbringung in Krankenhäusern und Beitragsanteile für Krankengelder sind nicht abzugsfähig. Dies gilt nicht nur für privat Versicherte, sondern auch für die gesetzlich Versicherten.
Abzugsfähig sind auch die Beiträge für Ehegatten, Kinder und eingetragene Lebenspartner.
Die privaten Krankenkassen stellen Ihren Mitgliedern entsprechende Steuerbescheinigungen über die Höhe der abzugsfähigen Beiträge aus und senden sie zu.
Genauere Informationen können Sie dem Gesetz entnehmen.

 

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